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Eric Pfeil

 

 

 

 

Foto: Alfred Jansen

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13 Wohnzimmer
Das erste Wohnzimmer-Livealbum der Popgeschichte
(VÖ: 16.06.2017) 

„Die meiste Musik, die heute produziert wird, ist mir zu abgesichert.“

Q & A with Eric Pfeil

Q: Sie haben in diesem Frühjahr in 13 fremden Wohnzimmern ein Live-Album aufgenommen. Wie kam es zu dieser Idee?
A: Ich wollte eine Platte machen, die direkter und mehr lo-fi ist, als meine ersten beiden Alben. Ich wollte einen Sound, der nichts mit einem Studioklang zu tun hat. Das hat auch mit meiner musikalischen Herkunft zu tun: Für mein musikalisches Aufwachsen waren diese ganzen lo-fi-Homerecording-Sachen der frühen 90er sehr wichtig: die Tall Dwarfs, Sebadoh, Smog, Guided by Voices usw. Und ich mag bis heute Platten, die unperfekt und nach eigentümlichen Räumen klingen: die „Basement Tapes“ etwa. So etwas gibt es ja gerade nicht. Die meiste Musik, die heute produziert wird, ist mir zu abgesichert.
Q: Aber warum mussten es fremde Wohnzimmer sein? Sie hätten ja auch bei sich zu hause aufnehmen können.
A: Ich wollte gleichzeitig die Anspannung einer Live-Aufnahme. Ich wollte mich einer Situation aussetzen, die ich so nicht kontrollieren konnte. So kamen wir auf die Wohnzimmer: Bei Leuten, die man nicht kennt, zu hause vor deren Freundeskreis jeden Abend live neue Songs aufnehmen, ohne vorher zu wissen, wie die Räume klingen und wie die Leute auf die teilweise recht düsteren Stücke reagieren, die sie zudem vorher nicht kannten … die Idee gefiel uns sehr.
Q: Wer hat Sie auf der Tour begleitet?
A: Ich hatte meinen Produzenten, Lorenz Naumann, dabei und einen Kameramann, Alfred Jansen, der die ganze Tour filmisch festgehalten hat: die Auftritte selbst, aber auch das teilweise ziemlich absurde Drumherum, das einiges an sonderbaren Reizen bietet – die Begegnung mit wildfremden Menschen, den Aufbau in oft sehr engen Wohnungen, das undramatische Herumstehen vor dem Auftritt am Topf mit der Lauch-Creme-Suppe, das Anti-Showgeschäfts-hafte solcher Veranstaltungen. Wir schneiden gerade eine Doku aus dem Material zusammen.  
Q: War das immer eine Ein-Mann-Show oder hatten Sie auch Mitmusiker dabei?
A: Im Wesentlichen bin das ich alleine mit meinen Songs. In einigen Städten sind Gäste dazugestoßen: In München etwa die tolle Maria Hafner von Mrs. Zwirbl. Maria spielt Geige auf einigen der Songs und singt, was dem Album einen leichten Bob-Dylan-„Desire“-Touch gibt. Dann hat Maxi Pongratz von Kofelgschroa mitgespielt, die ich ja für die tollste Band der Welt halte. Ein ganz großartiger Gitarrist und Banjo-Spieler, Philip Bradatsch, hat ebenfalls vorbeigeschaut. Anna Nocon, die auch die gesamte Tour gebucht hat, singt ebenfalls mit. In Köln hatten wir meine Freunde Wolfgang und Ekki von Erdmöbel zu Gast. Aber auch mit den Gästen haben wir die Sache sehr improvisiert gehalten. Es gab in der Regel eine Probe vorher, manchmal gar keine.
Q: Worin besteht der Reiz von Wohnzimmerkonzerten?
A: Ich bin tatsächlich gar nicht so ein Riesenfan von Wohnzimmerkonzerten. Wohnzimmerkonzerte sind ja auch Ausdruck von Rückzugs-Tendenzen und Einigelung in private Gemütlichkeiten. Ich hänge grundsätzlich immer noch der altertümlichen Meinung nach, dass man, wenn man Live-Musik hören will, doch bitteschön in einen Club gehen möge. Für mich waren die Wohnzimmer einfach vor allem ein Anlass, um an bislang unerforschten Orten eine Platte aufzunehmen. 
Q: Wurde viel nachbearbeitet oder ist das, was man auf dem fertigen Album „13 Wohnzimmer“ hört, eins zu eins das, was live in diesen Wohnzimmern passiert ist?
A: Ja. Es ist da nichts mit Melodyne oder Autotune bearbeitet, was ja heute selbst bei den ganzen Indie-Produktionen Standard zu sein scheint. Bei mir wird es auch mal schief und wackelig, darum geht es mir ja. Ich wollte etwas Rohes machen, das von Direktheit lebt, statt nur Direktheit zu behaupten. Wir haben lediglich insofern noch ein bisschen gezaubert, als Lorenz Naumann die einzelnen Spuren in seinem Studio auf alte analoge Tonbänder überspielt hat, um damit den Sound wärmer - und letztlich auch brüchiger und verwaschener - zu machen. Ansonsten hört man die verschiedenen Wohnzimmer: Man hört schreiende Kinder, umfallende Bierflaschen usw. 

Q: Es klingt tatsächlich sehr intim.
A: Wir haben zwar jedes Mal die ganze Bude mit Aufnahme-Technik vollgestellt, aber ich habe beispielsweise auch ganz ohne Mikrofone oder jede Form der Verstärkung gespielt. Und ich saß den Leuten schon ziemlich auf dem Schoß. Was ja bei fremden Menschen nicht ganz uninterressant ist. 
Q: Wie sind Sie an die ganzen Wohnungen gekommen?
A: Man konnte sich bei mir für ein Konzert bewerben. Wir haben auf meiner Homepage und meiner Facebook-Seite aufgerufen, über den Rolling Stone und meine Plattenfirma. Die Resonanz war wirklich enorm. 
Q: Worin bestanden denn die größten Schwierigkeiten bei so einer Wohnzimmer-Produktion?
A: Es gab verschiedene Schwierigkeiten. Das ging beim Auswählen der Wohnungen los. Ich wollte gerne eine gute Mischung: Leute bzw. Wohnungen, bei denen man wusste, dass dort ein Konzert mit Sicherheit gut funktionieren würde, aber auch Orte, bei denen unklar war, worauf man sich da einlässt. Dann ist da die technische Seite: Einige Wohnungen waren einfach extrem eng. In Hamburg und Lindau etwa saß ich auf der Türschwelle zwischen zwei Zimmern, in denen sich das Publikum verteilte. Dann gab es das Alptraum-Szenario der im 4. Stock gelegenen Wohnung ohne Aufzug. Ich selbst hatte ja nur meine paar Gitarren und einen Verstärker dabei. Die Herausforderung war, dass wir ein komplettes Aufnahmestudio in die Wohnungen zu schleppen hatten.
Q: Man schaut da ja sicher in sehr unterschiedliche Wohn-Realitäten hinein. Wie wohnen denn Eric-Pfeil-Hörer?
A: Sehr unterschiedlich. Wir hatten alles dabei: Das junge tätowierte Veganer-Paar, das aufs Land gezogen ist und eine Familie gegründet hat. Den Single-Mann mit der Wohnung voller Vinyl. Eine Garage bei Dresden, in der es sehr kalt war, die überheizte WG mit der riesigen Spielesammlung. Man guckt da schon in sehr verschiedene Lebenskonzepte rein. 
Q: Was ist denn der Hauptunterschied zwischen einem Wohnzimmerkonzert und einem Auftritt in einem Club?
A: Wohnzimmerauftritte sind deutlich undramatischer. Man kommt da ja nicht mit 30 Minuten Verspätung im Trockeneisnebel aus dem Backstageraum auf die Bühne gelatscht, sondern hat womöglich vorher schon mit den Gästen am Käsebuffet gestanden. Man ist mehr Teil des Ganzen. Das birgt auch Schwierigkeiten, weil man länger braucht, um in die Bühnenrolle zu kommen. 
Q: Stieg denn nach dem Auftritt in den Wohnzimmern jedes Mal noch eine Party? Wie hoch war denn der hedonistische Faktor der Tour?
A: Schon hoch. Meine Musik ist natürlich denkbar Party-ungeeignet. Auch das war so ein Punkt: Ich glaube, die meisten Musiker spielen bei Wohnzimmerkonzerten eher mitreißende Sachen oder so kuscheliges Zeug. Bei mir gibt es aber nun mal diese nicht zu leugnende Tendenz zum Hardcore-Melancholischen. Aber später ging es meist dann schon noch hoch her in den Wohnungen. In Bremen ging der Auftritt ziemlich nahtlos in eine Whiskeyprobe über. In Münster, beim Anfangsauftritt, haben Alfred und ich so lange mit den Leuten gefeiert, dass Lorenz sich zwischendurch schon zum Schlafen ins leere Gastgeberbett legen musste. Und in Bayern wird’s eh immer lang. Man kann ja auch nicht in irgendwelchen Wohnungen aufkreuzen, ein Konzert runterreißen und danach wieder verduften. Dass wir uns haftbar machen würden, mit den Leuten zu feiern war uns schon vorher klar. Lorenz vielleicht nicht so.
Q: Würden Sie beim nächsten Album wieder in Wohnzimmern aufnehmen?
A: Nein. Das war eine ganz tolle Tour, auf der ich viele gute Leute getroffen habe. Die nächste Platte würde ich aber lieber auf 13 Anhöhen aufnehmen. Oder in 13 Fahrstühlen. 

 

 

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Live-Termine 2017

09.06. München | Trikont-Hof (Album-Release mit zahlreichen Gastmusikern)
16.06. Köln | King Georg (Album-Release mit zahlreichen Gastmusikern)

23.06. Berlin | Privatclub | mit Haus der Jugend

01.07. Krefeld | Kulturrampe | mit Haus der Jugend
07.07. Düsseldorf | Hütte 91 | mit Haus der Jugend

04./05.08. Köln | IndieCologneFest

 

 

 

 

 

 

 

 

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Musik


Live-Mitschnitte + Musikvideos von Alfred Jansen

Ein böser Fall von August

September 2016 | Düsseldorf

 
 

Wir müssen nur so tun als wären wir frei

Mai 2015 | Köln

Himmelwärts

Mai 2015 | Köln

26. Mai um 09:57 | Jetzt auf Putpat.
Das brandneue Video zu "Himmelwärts". Don't fear the Reaper!

http://www.putpat.tv/e/NzMyMSM1NjU0

 

Bei offenem Fenster ...

06. Juni 2015 | Ramones Museum | Berlin

Menschen aus Schaum

Mai 2015 | Köln

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